Das Dornröschen

 

Dornröschen:

Dornröschen ist aufgewacht

Dornröschenerwachen

 

Habe von dem Prinzen geträumt,

der sich durch die Dornenhecke traut.

Habe dabei viele Jahre versäumt,

mein halbes Leben damit verbaut.

Habe mich dann erweichen lassen

 mich einem hingegeben.

Habe es können nicht fassen,

wie aufregend kann sein das Leben.

Habe danach zufällig meinen Prinzen gesehen,

ganz bang wurde es um mein Herz.

Für ihn bin ich Dornröschen vom ersten Ansehen,

leben seither beide in Kummer und Schmerz.

Habe einen anderen und er die Seine auch,

das sind schlechte Zeichen und Stände.

Haben Kribbeln Beide im Bauch,

getrennt, durch dicke Mauern und Wände.

Habe dann alles in Liebe zu Ende gebracht,

fühle mich gut und traurig dabei.

Habe dabei nicht daran gedacht,

Prinz und Dornröschen müssen sein frei.

Bin nun gebunden an das Alte ganz fest,

habe es ja so gewollt.

Bin in der Zwickmühle, das ist die Pest,

grantig mein Leben es mir grollt.

Bin dabei alles zu durchleuchten,

nehme die Kraft und den Mut dazu.

Bin bereit Dinge die in mir deuchten,

anzunehmen und auszuhalten in Ruh.

Bin mitten in einer Umwandlung lebend,

suche händeringend nach Schutz.

Bin bereit und offen und allzeit hergebend,

es ist Wahnsinn obwohl doch nur Schmutz.

Bin langsam leichter und froher im Sinn,

sehe der Freiheit entgegen.

Bin bereit zu durchwandern mit erhobenem Kinn,

hoffe darauf  s’wird bringen mir Segen.

Bin angekommen und habe gesiegt,

mein Leben es ist mir geschenkt.

Dass der Prinz am Ende Dornröschen (be)kriegt,

das habe ich dabei niemals bedenkt.

von Irene Steinbach

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