Liebe wie ein Baum

Die Liebe

findet immer und überall auf dieser schönen Erde ihren Weg!

Alle Lebewesen wissen es:

„Der Sinn des Lebens ist sich an ihm zu freuen.“

Diese Geschichte ist für meine Freundin Susanne geschrieben.

Die, die immer an mich geglaubt hat.

Sie hatte in den letzten Jahren neben mir mit das größte Vertrauen dass meine Arbeit eine großartige Leistung ist.

Diejenige die zu allen Zeiten ein offenes Ohr für mich hat und Worte der Hoffnung an mich verteilt.

Susanne war es die sich eine Geschichte von

„Walter dem Baum“ wünschte.

Hier, meine liebe Freundin Susanne,

hier ist Deine Geschichte.

Für DICH!!!

Anmerkung:

Da niemand allein auf der Welt sein sollte, habe ich Susannes Walter noch eine Frau angedacht – Olga. Irgendwie verständlich?!

Walter und Olga!

Liebe wie ein Baum

Walter und Olga sind zwei Bäume die schon in die Tage gekommen sind. Seit mehr als hundert Jahren stehen sie Seite an Seite mitten in einem unserer wunderbaren, sehenswerten und bemerkenswerten Wäldern.

 Es könnte der Wald sein durch den sie immer wieder spazieren. Es kann auch der Wald sein auf dessen Wegen sie in den nächsten Tagen marschieren. Es ist auf jeden Fall ein Wald der genauso voll ist von großen und kleinen Wundern wie der Wald in der Nähe und/oder auch der Ferne ihres Wohnortes.

Sie können dies gerne glauben.

 Falls nicht – seien sie bei ihrem nächsten Waldspaziergang einfach sehr aufmerksam und achtsam. Am besten sie lenken ihre volle Konzentration auf ihr schlagendes Herz und sie werden staunen was es alles um sie herum so gibt an natürlichen Attraktivitäten.

Walter ist in Olga verliebt!

Bis über alle Äste liebt er diese schöne schlanke Baumfrau die ihm täglich das Gefühl gibt nicht alleine im Wald zu stehen.

Olga ist total in Walter verknallt!

Wie ein junges Baumfräulein wird sie heute noch rot wenn Walter sie liebevoll anschaut.

Was für eine Liebe!?

Träumen wir nicht alle davon nach hundert Jahren immer noch so ganz von innen heraus von jemanden geliebt zu sein?! Obwohl wir gar nicht mehr so knusprig aussehen. Hier und da ein paar lädierte Stellen haben. Ganz viele Macken, Ecken und Kanten besitzen die uns teilweise gar nicht so sehr liebenswert machen. Wäre es nicht schön, trotzdem – oder genau deshalb – geliebt zu werden und lieben zu können!?

Nun denn!

Walter und Olga – Olga und Walter,

sie sind ein Beispiel der ewigen Liebe.

Sie stehen zu sich!

Sie stehen nebeneinander!

In guten wie in schlechten Zeiten!

Im Frühling, Sommer, Herbst und Winter!

Sie lassen sich gegenseitig gewähren!

Geben sich Licht und Schatten!

Nehmen sich nichts weg!

Ja, können Sie jetzt hier an dieser Stelle sagen: „Denen bleibt doch gar nichts anderes übrig.“

Und – sie haben absolut recht! Vollkommen, ganz und gar recht haben sie. Die Beiden,  die müssen klar kommen miteinander – nebeneinander. Ob sie nun wollen oder nicht.

Vielleicht noch eine gedankliche Anregung:

Ich erzähle hier von der großen Liebe und von dem, dass die Bäume hier so nebeneinander wachsen und gedeihen. Es könnte auch anders kommen!

Könnten die Beiden sich auch hassen?

Könnten die zwei auch von innen heraus kaputt sein und so nach und nach zu Erde werden?

Könnten sie traurig sein und ihre Äste hängen lassen?

Ja, Ja. Sie könnten alles was sie wollten. So wie wir alle hier auf diesem blauen Planeten mit unseren Wurzeln und Verwurzlungen, Entwurzelung!

offen gelegte Verwurzelung

Entwurzelung

Nur - bei dieser Geschichte bleibe ich auf der absoluten Sonnenseite!
 Das ist das Schöne an solchen Geschichten - man kann frei erfinden
was einem gefällt. Man kann träumen, spinnen, verrückt sein noch und
nöcher. Man kann sich eine eigene Welt ausmalen.

Olga war noch ganz klein als der Förster sie direkt neben Walter gepflanzt hat. Walter war damals schon ein Jahr lang im Wald gestanden. Er war noch nicht so groß aber er war schon ziemlich stark. Er wusste schon so einigermaßen wie das Leben hier im Wald funktionierte. Er liebte sein Dasein. Er genoss es wenn die Rehe an ihm schnupperten. Das kitzelte herrlich. Er hatte natürlich auch Angst dass sie an ihm knabbern würden und er nicht mehr so schön aussehen würde. Doch er hatte wohl sehr viel Glück denn er war beschützt. Der Förster hatte ihm einst einen lockeren Zaun umgebunden sodass die Tiere des Waldes nicht ganz nah an seinen zarten Stamm kommen konnten. Welch ein Glück dass jemand auf ihn Acht gab. Welch ein Segen dass jemand da war für den er wichtig und wertvoll war. Und dann kam ja eines Tages auch Olga in sein Leben.

Ein junges, zierliches Bäumchen.

Liebevoll wurde sie eingepflanzt.

Auch sie bekam zunächst einen lockeren Zaun um sich gebunden.

Das sah zunächst aus wie ein Gefängnis. War es aber nicht.

Es war der selbe Schutz den der Förster einst Walter angedeihen ließ.

Wer so beschützt aufwächst, der kann nur gut gedeihen. Der hat das endlose Vertrauen dass für ihn gesorgt wird. Der besitzt den festen und tiefen Glauben dass die Welt es gut mit ihm meint. Für den ist ein Zaun keine Fessel sondern ein Halt; eine Orientierung.

So also sah es in Walter und Olga aus.

Sie vertrauten dem Guten in der Natur.

Walter und Olga wuchsen im Laufe der Jahre zu herrlichen Bäumen heran.

Der einstige Zaun war längst abgenommen worden von lieber Menschenhand. Was wachsen soll braucht Freiheit. Wenn etwas groß werden soll, dann muss es Platz erhalten.

 Es muss Raum bekommen zu voller Größe heranzureifen.

Die zwei heranwachsenden Bäume könnten ein Buch schreiben über das was sie im Wald alles so erlebt haben. Sie haben vieles gehört.

Sie haben noch mehr gesehen. Sie fühlten mit so mancher Situation mit. Sie staunten Tag für Tag und Nacht für Nacht.

In vielen Stunden waren sie nur Zuschauer.

In anderen Stunden waren sie selbst mit im Geschehen.

Ab und zu waren sie sogar im Mittelpunkt.

Es gab Zeiten wo sie unbemerkt blieben.

Sie blieben auch versteckt.

Im Laufe der Jahreszeiten passten sie sich immer an die Natürlichkeit an.

Sie hätten ansonsten nicht überlebt. Hätten Sie im Herbst ihre Blätter nicht abgeworfen wären sie gestorben. Im Frühling zu blühen war für sie eine Selbstverständlichkeit und eine lebensnotwendige Sache.

In der Quelle fließt das Laben

Einer neben dem Anderen

Sie wiegen sich sanft im Wind.

Sie lassen ihre Äste tanzen in der Sonne.

Sie berühren sich zart mit den Spitzen ihrer Nadeln.

Sie schmiegen ihre Baumkronen aneinander und zeigen uns wie leidenschaftlich ein Kuss sein kann.

Ihre Blätter singen uns ihr schönstes Lied das uns nicht im entferntesten erahnen lässt welche Tiefe sie durch den Klang ihrer Musik in die Welt schicken.

Sie bleiben trotz allen Widrigkeiten der Naturgewalten senkrecht stehen. Sie schwingen mit nach rechts und links – nach vorne und hinten – je nachdem woher die raue Kälte kommt. Anstatt dagegen zu halten gehen sie mit. Sie passen sich an. Sie wissen sich hier dagegen zu stemmen würde wahrscheinlich bedeuten dass sie gebrochen werden.

Welche Weisheit liegt doch in diesen einfachen Bäumen.

Sind sie vielleicht gar nicht so simple wie wir meinen?

Sie strecken ihren Kopf der Sonne entgegen.

Sie streben dem Himmel entgegen.

Sie suchen das Licht, die Wärme und haben die Geborgenheit der Bäume um sich herum.

Sie stehen einsam und doch mitten in der Gruppe.

Falls einer stürzt findet er oft Halt bei seinem Nächsten.

Keiner ist dem anderen gleich.

Auch wenn sie sich ähneln – keiner hat die selben Verzweigungen in seinen Ästen und keiner hat seine Nadeln exakt dem anderen.

Welches Phänomen!

Wenn denn Bäume so unterschiedlich sind, wie können wir Menschen es erst wagen uns zu vergleichen und zu bestimmen dass der eine mehr wert ist und der andere weniger.

DARUM und DESHALB:

Bevor wir nächstes Mal mit einem Finger auf jemanden zeigen, halten wir ihn bitte in die Luft und denken an Ihre Krönung – an die Schöpfung.

Danke!

Das tut ihnen und mir ganz sicher im Herzen gut.

Der Sonne entgegen

Zeigefinger

 

Ja, und falls die beiden verliebten Turteltäubchen Walter und Olga nicht von irgend einem Holzfäller abgesägt wurden, von irgendeinem Holzwurm angefressen sind, von irgendeinem Biber abgenagt dastehen, ja dann leben sie noch heute.

von Irene Steinbach

 

 

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