Vom Kücken zum Adler

Eine Geschichte:

Ich bin die Isabella und mittlerweile – Gott sei Dank sehr glücklich. Inzwischen bin ich schon 17. Das ist ein tolles Alter. Ich mag es. Es gibt zwar immer wieder Reibereien mit meinen Geschwistern und natürlich sind meine Eltern teilweise etwas schwierig für mich geworden. Sie können so manches nicht verstehen. Das kennt ihr bestimmt alle auch. Aber das erwachsen werden finde ich super.

Eigene Ideen haben, eigene Gedanken entwickeln, Zukunftspläne schmieden und die Welt bzw. das Leben so richtig genießen – mit Freunden.

Ja, und da sind wir schon beim Thema. Freunde, die hatte ich nicht immer. Und davon will ich euch erzählen.

Ich war nie beliebt. Schon in der ersten Klasse war ich so etwas wie eine Außenseiterin. Ich konnte niemanden leiden und mich mochte auch keiner. Also beschloss ich, dass meine Katze mein bester Freund ist und die Menschen um mich herum waren mir wurst. Diese Einstellung hielt nicht sehr lange an. So nach und nach wurde ich immer einsamer – trotz Katze – und ich versuchte mit meinen Schulkameraden in Kontakt zu kommen.

Keine Chance. Ich wurde ausgelacht, abgewiesen und viele spotteten über mich.

Nun denn, eine Schönheit war ich nicht. Das was mir aus dem Spiegel entgegenblickte war eher mittelmäßig. Reich waren wir zuhause auch nicht – also hatte ich nicht einmal die Wahl die Anderen mit Süßigkeiten und Co. einzukaufen.

Ich fühlte mich hässlich, ungeliebt, ausgestoßen und tat mir so leid, dass ich im Laufe der Zeit Angst vor der Schule bekam.

Meine Noten wurden immer schlechter und mein Selbstwertgefühl hing am Boden.

Meine Eltern waren zu beschäftigt um sich um mich zu kümmern. Ich hatte ja noch 2 Geschwister.

In einer einsamen Nacht beschloss ich, dass ich so nicht weiterleben wollte. Ich musste etwas in meinem Leben verändern. Die Anderen hatten mich ausgeschlossen – ich war mit schuldig – und das wusste ich und da erkannte ich, dass ich den ersten Schritt nach vorne wagen musste.

Irgendwann einmal – es kommt mir vor wie eine Ewigkeit – hatte ich den Mut mit unserer Klassensprecherin zu reden.

Das war in der 6. Klasse. Diesen Tag vergesse ich nie.

Mein Herz klopfte bis zum Hals. Ich hatte soooooo großes Glück, dass sie mir zuhörte, meine Probleme und Schwierigkeiten anhörte und mich heimlich still und leise dann in die Gruppe integrierte. Geholfen hat uns auch unsere Klassenlehrerin.

Dafür bin ich den beiden bis heute sehr dankbar.

Ich bin sehr froh, dass ich mein Herz in die Hand genommen habe und mich überwand auf die Menschen zuzugehen.

Hätte ich das nicht getan, würde ich heute noch leiden.

Das wünsche ich keinem.

Inzwischen bin ich in der Gruppe, die für mich so wichtig war, mittendrin. Wir reden nicht mehr über früher. Da bin ich aber froh. Dieses Armutsgefühl möchte ich nicht mehr haben

Ich habe mich positiv verändert. Durch die ganze Sache bin ich sehr stark und selbstbewusst geworden. Ich habe gelernt, dass es manchmal wichtiger ist um Verzeihung zu bitten als eingebildet herumzulaufen. Meine Schuldgefühle mir gegenüber bin ich losgeworden. Ganz einfach durch meinen Mut habe ich erfahren dass andere Menschen gar nicht so doof sind, wie ich es einst gedacht habe.

Ich war offen und ehrlich und wurde belohnt.

von Irene Steinbach

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0 (from 0 votes)

Speak Your Mind

*