Wohin soll ich geh’n?

 

Es gibt ein wunderschönes christliches Lied:

„Wohin soll ich gehen, Herr ich frage dich;

kann das Ziel nicht sehen, Herr ach führe mich!

…“

Wohin soll er mich führen?

Lass ich mich überhaupt führen?

Wenn ja, bin ich dann zufrieden wohin er mich führt?

 

FÜHREN: Was verbirgt sich dahinter?

FÜHRUNG: Was geschieht da mit mir?

Wer oder was führt wen wohin?

 

Anführen!

Wegführen!

Hinführen!

Fortführen!

Abführen!

Wegführung

Wohin führt der Weg?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir wissen nicht immer genau was hinter einer Kurve des Lebens auf uns wartet? Manchmal bleibt der Blick einfach verhindert. Zu gerne würden wir einen Blick in die Zukunft erhaschen. Warum eigentlich?

 

In den letzten Jahren habe ich mir oft gewünscht zu wissen was die Zukunft mir bringt. Damit sie aber auch ja etwas Gutes für mich bereit hält, habe ich – so dachte ich damals – gut vorgesorgt.

Voller Besorgungen als auch voller Hast und Eile habe ich versucht die Tage so gut es ging voll zu stopfen mit Attraktionen, mit Erlebnissen, mit Worten und Taten. Nichts ging schnell genug. Ein Termin jagte den Anderen. Mein Leben war geprägt von Schnelligkeit, von Lebendigkeit, von Abenteuern, von rasanten Begegnungen und eifriger Geschäftigkeit.

Zum Leben, wie ich es mir wünschte, blieb wenig bis gar keine Zeit. Ich hätte ja etwas Wichtiges verpassen können. Dabei habe ich das Wichtigste und Wertvollste ja verpasst – mein ideales Leben.

Ganz schön durcheinander! Wenn ich diesen Zustand heute aus der Ferne betrachte muss ich schmunzeln und schätze mich glücklich ruhig und gelassen meinen Lebensweg gehen zu können.

Wer oder was hat mich dahin geführt?

Wem habe ich es zu verdanken, dass ich „entschleunigt“ bin?

Nun, es mag verrückt klingen, aber ich habe eine Kehrtwende in meinem Leben gemacht, als ich auf der Rennbahn meines Alltages Rekordergebnisse erzielt habe.

Ein Satz hat mich zum ANHALTEN gebracht. Ein Satz hat mich so gepackt, dass ich ihn bis heute höre. Wenn ich wieder einmal auf die Überholspur wechsle, kommt mir dieser Satz immer in den Sinn. Dies ist jedesmal eine wundersame liebevolle Warnung:

STOPP!!!

Zurück zur Sinnfindung:

Mein Vater lag im Krankenhaus und niemand wusste ob er wieder heimkommt. Trotz meiner selbständigen und vielen Arbeit hat mich etwas in mir täglich gezwungen, mir Zeit für ihn zu nehmen. Ihn zu besuchen. Mit ihm über Dinge zu reden, die über all die vielen gemeinsamen Jahre nie ausgesprochen waren. Zum Glück habe ich das gemacht!

Jeden Tag klapperte ich also in meinen Stöckelschuhen ins Krankenhaus und kam jedes Mal schnell schnell an, um dann neben dem Krankenbett  anzukommen.

Und da kam er eines Tages, dieser berühmte Satz von meinem Vater:

„Wohin rennst Du denn so schnell?“

Damals wusste ich es nicht! Mein Ziele waren normal klar formuliert! Aber wohin ich wirklich hin rannte?

Stand heute, so empfinde ich mein Leben im langsameren Gang,  reicher, inhaltsvoller und lebenswerter. Es geht  auch ohne permanente Raserei. Nicht immer  – aber ich lasse mich führen.

Lasse mich führen von meiner inneren Stimme. Ich lasse mich auch leiten von äußeren Stimmen die mich mit ihren Worten treffen und nachhaltig beschäftigen.

 

Herzlichst Irene Steinbach

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 7.0/10 (1 vote cast)
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0 (from 0 votes)
Wohin soll ich geh'n?, 7.0 out of 10 based on 1 rating

Speak Your Mind

*